Konzept

Pädagogische Konzeption
der Elterninitiative
„Al Nur Kindergarten“
in Mainz

Februar 2018

Öffnungszeiten: Montag – Freitag von 8.00 – 16.00 Uhr

Schließungszeiten: 3 – 4 Wochen Sommerferien
2 Konzeptionstage
Supervisionstage nach Bedarf
2 Tage Islamische Feste (Aid)
1 Tag Betriebsausflug

Angebot: Insgesamt 22 Ganztagsplätze für Kinder ab 3 bis 6 Jahre
(Schuleintritt)

Träger: Arab Nil-Rhein Verein e.V.

Inhalt

Vorwort 5
1. Der Arab Nil-Rhein Verein e.V. als Träger der Einrichtung 5
1.1. Die Entstehungsgeschichte des Trägervereins 5
1.2. Die Ziele des Trägervereins sind 6
1.3. Die Aktivitäten des Trägervereins sind 6
2. Die Entstehungsgeschichte des Al Nur Kindergartens 8
3. Leitlinien der Pädagogischen Arbeit und rechtliche Grundlagen 8
3.1. Rechtliche Grundlagen 8
3.2. Leitlinien der pädagogischen Arbeit 9
4. Rahmenbedingungen 10
4.1. Aufnahmekriterien 10
4.2. Aufsichtspflicht 10
4.3. Lage und Räumlichkeiten 11
4.4. Team 12
4.5. Tagesablauf und Wochenplan 12
4.6. Organisation der Gruppenarbeit 12
4.7. Finanzierung 12
5. Arbeitsweisen – Methoden – pädagogische Ansätze 13
5.1. Eingewöhnung neuer Kinder 13
5.2. Ernährungserziehung 15
6. Unser Bild vom Kind 15
6.1. Kompetenzorientierung 15
6.1.1. Personale Kompetenzen: 16
6.1.2. Soziale Kompetenzen: 16
6.2. Pädagogische Rahmenbedingungen 16
6.3. Übergang in die Grundschule 16
6.4. Religionspädagogik 17
7. Sprachförderung 18
7.1. Die alltagsintegrierte Sprachförderung 18
7.2. Die additive Sprachförderung 19
7.3. Das Literacy-Angebot 21
8. Interkultureller Kompetenz 21
8.1. Religionspädagogische Förderung 21
8.2. Ziele der Religionspädagogischen Förderung 21
8.3. Methoden der Religionspädagogischen Förderung 22
9. Partizipation und Recht zur Beschwerde 22
9.1. Beschwerdemanagement 23
9.2. Beteiligung von Kindern 23
9.3. Beteiligung von Eltern 24
9.4. Ergebnissicherung 25
9.5. Datenschutz 25
10. Schutz von Kindern 26
11. Die Zusammenarbeit mit Eltern 26
12. Aufgaben des Elternbeirats 27
13. Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und anderen Institutionen 27
14. Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit 28
14.1. Wissenschaftlicher Beirat 28
15. Dokumentation/Evaluation 29
16. Qualitätsmanagement 29
17. Notfallplan für personelle Engpässe 30
18. Unsere Erreichbarkeit 31
19. Literaturverzeichnis 31

Vorwort

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
mit vorliegender Konzeption präsentiert die Einrichtung Ihnen eine Beschreibung der gegenwärtig pädagogischen Ausrichtung des Kindergartens. Sie ist eine überarbeitete Fassung der im September 2008 erstellten ersten Version und der 2. Version von 2015.

Im Februar 2009 wurde unter der Mitarbeit eines Wissenschaftlichen Beirats die Einrichtung als erster islamischer Kindergarten in Rheinland-Pfalz eröffnet und kann auf eine konstruktive Aufbauarbeit zurückblicken.

Die Konzeptionsentwicklung möchte einen Einblick in die pädagogische Arbeitsweise der Einrichtung geben und wird vom Landesjugendamt Rheinland-Pfalz sowie von einer externen Fachberatung begleitet. Gemessen an den Interessen und Bedürfnissen der Kinder und ihrer Familien ist die Darstellung kein starres Gebilde, sondern nach fachpädagogischen Gesichtspunkten flexibel gestaltbar.

Zur Qualitätssicherung überprüfen weiterhin unser Wissenschaftlicher Beirat und die Landeshauptstadt Mainz mit ihrem Dezernat IV für Soziales, Kinder, Jugend, Schule und Gesundheit die bereitgestellte Fassung.

1. Der Arab Nil-Rhein Verein e.V. als Träger der Einrichtung

1.1. Die Entstehungsgeschichte des Trägervereins

Der Arab Nil-Rhein Verein e.V. wurde im März 1998 als eingetragener, gemeinnütziger Verein in Mainz gegründet. Seine Räumlichkeiten befinden sich in der Mombacher Str. 67 in 55122 Mainz und grenzen an die Stadtteile Neustadt und Hartenberg/ Münchfeld.
Der Verein wurde mit der Absicht gegründet, einen sozialen Treffpunkt für Muslime in Mainz zu schaffen und zugleich Informations- und Austauschmöglichkeiten für Nichtmuslime zu bieten.
1.2. Die Ziele des Trägervereins sind
• die Pflege und Ausübung der Religion und des islamischen Gemeinschaftslebens.
• die Förderung der Integration muslimischer Mitbürger in Mainz durch Hilfestellung bei Problemen mit Behörden, bei sprachlichen Schwierigkeiten, sowie durch Beratung in Familienfragen und Teilnahme an integrativen Projekten, Schaffung von Weiterbildungsmöglichkeiten, wie Deutschkurse für Erwachsene und Nachhilfe für Schulkinder (siehe Aktivitäten).
• den Dialog und das gegenseitige Verständnis zwischen Muslimen und Nichtmuslimen zu fördern sowie Vorurteile abzubauen. Dies geschieht durch Vorträge und Veranstaltungen, durch Information und Dialog innerhalb und außerhalb des Vereins, sowie durch aktive Teilnahme am interreligiösen Dialog (siehe Aktivitäten).
• den muslimischen Kindern die Möglichkeit zu bieten, die arabische Sprache, sowie ihre Religion zu erlernen.
• Möglichkeiten zu schaffen, sich durch die Vereinsbibliothek über den Islam zu informieren. Sie bieten Bücher zum Thema Islam in Deutsch, Arabisch und anderen Sprachen an.
• die Gründung der Elterninitiative „Al Nur Kindergarten“ unter der Trägerschaft des Arab Nil-Rhein Vereins e.V.

1.3. Die Aktivitäten des Trägervereins sind
 Soziale Aktivitäten
Teilnahme an integrativen Projekten, wie dem Projekt Soziale Stadt in der Mainzer Neustadt. Beratung und Hilfestellung bei Integrationsfragen, bei behördlichen Fragen, Krankenbetreuung, Betreuung bei Sterbefällen, usw.
Organisation von Gruppenausflügen, Familientreffen, Fußballveranstaltungen, Taekwondo, usw.
 Dialog
Förderung des interkulturellen und interreligiösen Dialogs durch Informationsveranstaltungen und Vorträge sowie durch die Teilnahme am Christlich-Jüdisch-Islamischen Gesprächskreis (Wolfgang Capito Haus), am Arbeitskreis der religiösen Gemeinden der Mainzer Neustadt und an anderen Initiativen.
Teilnahme am Runden Tisch Islam, der erstmals am 27.03.2012 als Forum des Austauschs und Dialogs unter Einbeziehung der Landesregierung zusammen gekommen ist.
Teil des Netzwerks muslimischer Vereine: Regelmäßige Treffen im Arbeitskreis Mainzer Muslime (AKMM) e.V.
 Religiöse Aktivitäten
Abhalten des Freitagsgebetes, Durchführung der religiösen Feste und des Fastenmonats Ramadan.
Moschee Führung für Kindergärten, Schulen, Parteien, Behörden, Firmen und Universitäten.
Tag der offenen Moschee am 03. Oktober (bundeseinheitlicher Tag) und Tag der Begegnung im Mai eines Jahres.
Aktive Teilnahme am Interkulturellen Fest, welches jährlich im September auf dem Mainzer Domplatz stattfindet.
 Vorschulische und schulische Aktivitäten
Arabischunterricht für Kinder, Religionsunterricht für Kinder, Quranunterricht für Kinder, Nachhilfe für Kinder.
 Kindergarten Aktivitäten
Förderung der deutschen Sprache und Integration, Islampädagogische Förderung, Förderung der sozial-emotionalen, kognitiven, motorischen und kreativ-musischen Kompetenzen, und gemeinsame Aktionen mit anderen Kindergärten und Kindertagesstätten.

2. Die Entstehungsgeschichte des Al Nur Kindergartens

Bereits seit 1998 beschäftigt sich der Trägerverein mit Förderangeboten für Kinder und Jugendliche.
In den vergangenen Jahren traten immer wieder Eltern mit der Anfrage an den Vereinsvorsitz heran, die bisherigen sozialen und pädagogischen Aktivitäten um einen muslimischen Kindergarten zu ergänzen. Im Vordergrund sollte neben den üblichen Förderangeboten im Elementarbereich ein islampädagogisches Konzept stehen, welches Familien in Mainz werteorientierte Identifikationsmöglichkeiten bietet und ihren Kindern alternative Bildungs- und Erziehungschancen eröffnet. Hierbei werden Mehrsprachigkeit und Religionszugehörigkeit als Chance und Bereicherung verstanden.

Nach mehrjähriger Überzeugungsarbeit bei Stadt, Land und politischen Parteien eröffnete der Al Nur Kindergarten im Februar 2009 als erster muslimischer Kindergarten in Rheinland-Pfalz seine Türen für zunächst eine Gruppe (mit maximal 25 Kindern). Die Räumlichkeiten stellte der Trägerverein im Erdgeschoß des Gebäudes in der Mombacher Str. 67 zur Verfügung.

3. Leitlinien der Pädagogischen Arbeit und rechtliche Grundlagen

3.1. Rechtliche Grundlagen

Der Al Nur Kindergarten ist eine konfessionell muslimisch ausgerichtete Einrichtung zur Kindertagesbetreuung. Grundlagen unserer pädagogischen Arbeit sind das Kindertagesstätten Gesetz, die Bildungs- und Erziehungsempfehlungen des Landes Rheinland-Pfalz sowie die Qualitätsempfehlungen.
Die gesetzlichen Vorgaben des Kita-Gesetzes von Rheinland- Pfalz sind folgendermaßen definiert: „1. Sie sollen die Gesamtentwicklung des Kindes fördern und durch allgemeine und gezielte erzieherische Hilfen und Bildungsangebote sowie durch differenzierte Erziehungsarbeit die körperliche, geistige und seelische Entwicklung des Kindes anregen, seine Gemeinschaftsfähigkeit fördern und soziale Benachteiligungen möglichst ausgleichen. Hierzu ist die Beobachtung und Dokumentation der kindlichen Entwicklungsprozesse unter Beachtung der trägerspezifischen Konzeption und des Datenschutzes erforderlich. Diese sind zugleich Grundlage für Entwicklungsgespräche mit den Eltern. 2. Die Tagesbetreuung von Kindern soll sich an den Bedürfnissen der Kinder und ihrer Familien orientieren. Kindertagesstätten sollen mit den Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten bei der Erziehung des Kindes zusammenarbeiten und mit ihnen erzieherische Probleme und Bedürfnisse des Kindes erörtern. Sie sollen auf die Inanspruchnahme notwendiger Hilfen auch in Fällen von Vernachlässigung, Misshandlung oder sexuellem Missbrauch von Kindern hinwirken und dabei mit den Jugendämtern und sonstigen geeigneten Stellen vertrauensvoll zusammenarbeiten.“ (Kita-Gesetz RLP vom 15. März 1991 (GVBl. S. 79), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 18.6.2013 (GVBl. S. 52)).
Nach § 22 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII) möchte unser Kindergarten die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit fördern. (§§23-24 SGB VIII)
Wir beachten die gesetzlichen Vorgaben, die das Wohl und den Schutz von Kindern, Eltern und MitarbeiterInnen betreffen, wie z.B. Infektionsschutzgesetz, Datenschutz, Schweigepflicht, Arbeitsschutzgesetz.

3.2. Leitlinien der pädagogischen Arbeit

• Kinder haben Rechte. Sie bestimmen als Akteure ihre Entwicklung mit.
• Die pädagogische Arbeit orientiert sich an den Lebenssituationen der Kinder und ihrer Familien.
• Ausgehend von den demokratischen Grundwerten gehören Solidarität, Selbstbestimmung und Kompetenz zu unseren pädagogischen Zielsetzungen.
• Die Kinder gestalten ihre Spielsituationen im Kindergarten aktiv mit (Partizipation).
• Mehrsprachigkeit ist eine Bereicherung für unseren Lebensalltag.
• Das Team arbeitet altersübergreifend, altersspezifisch und interkulturell.
• Die Werteerziehung orientiert sich an islampädagogischen Grundsätzen und stellt die Liebe zu Gott und seiner Schöpfung in den Vordergrund.
• Die pädagogische Arbeit wird nach fachlichen Maßstäben geplant und fortlaufend dokumentiert.
• Eltern und andere Erwachsene können sich aktiv beteiligen.
• Die Einrichtung pflegt eine enge Beziehung zu dem sozial-räumlichen Umfeld.
• Die Kinder erleben Sprache im aktiven Handeln und es werden auf diese Weise wertvolle Basiskompetenzen verinnerlichen.
4. Rahmenbedingungen

4.1. Aufnahmekriterien

Der Kindergarten ist für alle Kinder offen. Auch Familien anderer Religionszugehörigkeit werden aufgenommen, sofern sie sich mit der Konzeption einverstanden erklären.

Die Aufnahme erfolgt in der Regel im August eines neuen Kitajahres, da durch den Schulbeginn neue Plätze zur Verfügung stehen. Einige Wochen vor der Eingewöhnung erhalten die Eltern der neuen Kinder ein Schreiben, in dem steht, wann genau der erste Eingewöhnungstag beginnt. Nach diesem ersten Eingewöhnungstag werden dann weitere Absprachen vereinbart.

Der Kindergarten verfügt über 22 Betreuungsplätze. Werden Plätze innerhalb des Kitajahres frei, sind sie umgehend neu zu besetzen. Voraussetzung für die Aufnahme ist, dass das Kind in der Stadt Mainz wohnhaft und mindestens 3 Jahre alt ist.
Die Vergabe von freiwerdenden Plätzen erfolgt nach Kriterien wie Geschwisterkinder, Alter des Kindes, Anmeldedatum, Gruppenkonstellation, Kinder in „besonderen Lebenslagen“, aber auch Elternengagement.
Nach Absprache mit dem Jugendamt, können bis zu drei weitere Kinder aufgenommen werden, wenn besondere Notfälle vorliegen.

4.2. Aufsichtspflicht

Die Pflicht zur Aufsicht beschränkt pädagogisch sinnvoller Handlungsspielräume nicht ein, sondern sie dient dem Schutz des Kindes und dem Schutz Dritter vor Schäden.
Die Aufsicht beginnt beim Betreten des Kindergartens mit der Übergabe des Kindes an eine der Erzieherinnen und endet mit der Übergabe an den/die Personenberechtigten zum Verlassen des Kindergartens (Abholzeit).
Die Leiterin und Erzieherinnen beaufsichtigen die Kinder in ihrer Gruppe und sie können Eltern oder Praktikanten mit zusätzlich der Aufsicht beauftragen, sofern diese Personen geeignet sind.
Die Aufsicht berücksichtigt das Ziel der Erziehung zur Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit und schränkt das Kind nicht in seinem Recht, mit seiner natürlichen Neugier Neues zu entdecken ein.
Bei genauer Anleitung und Beobachtung der persönlichen und sozialen Reife lernen die Kinder auch “gefährliche“ Tätigkeiten, wie z.B. der Umgang mit dem Messer, Schere, Nagel und Hammer u.a. Wenn es zu einem Unfall bzw. Verletzung kommt, wird dies schriftlich festgehalten und je nach Verletzungsgrad werden die Eltern sofort telefonisch informiert und ggf. den Notarzt anrufen. Wenn die Behandlung durch einen Notarzt stattfindet, dann erfolgt eine zusätzliche schriftliche Unfallmeldung an den Träger der Kindergarten (Unfallkasse).
Jede Erzieherin hat einen „Erste Hilfe bei Kindernotfällen“ Kurs absolviert, der alle zwei Jahre wiederholt wird.

4.3. Lage und Räumlichkeiten

Die Räumlichkeiten des Kindergartens befinden sich im Erdgeschoss auf einer Fläche von ca. 150 Quadratmetern (ohne Außenbereich).
Die Mombacher Straße gehört zum Bezirk Hartenberg-Münchfeld, grenzt jedoch unmittelbar an die Mainzer Neustadt. Erfahrungsgemäß betreuen wir Kinder aus dem gesamten Stadtgebiet Mainz.

Der Kindergarten verfügt über einen großen Gruppenraum, einen Flurbereich für die Garderobe, einen Mehrzweckraum, ein Büro- bzw. Personalraum, eine Küche mit angrenzendem Abstellraum, drei Kindertoiletten, eine Personal- und eine Besuchertoilette. Die Gruppenräume dienen als Mehrzweckräume, in denen gespielt, gebastelt und gegessen wird.

Unser ca. 200 Quadratmeter großes Außengelände ist unmittelbar zugänglich und gut überschaubar.
Die Mainzer Neustadt bietet zahlreiche Spielmöglichkeiten auf öffentlichen Anlagen (Valencia-Spielplatz, Lessingspielplatz…). Ein weiterer nahe gelegener Park ist der Hartenberg-Park, der nach einem kurzen Fußmarsch erreicht wird.
4.4. Team

Das Mitarbeiterteam ist mehrsprachig und besteht aus drei pädagogischen Fachkräften, eine organisatorische Leitung, mehreren Aushilfen und einer Sprachwissenschaftlerin.
Die organisatorische Leitung vertritt den Träger im Kindergarten und entlastet die pädagogische Leitung bei Bürotätigkeiten und Terminvereinbarungen mit Ämtern und Behörden, anderen Kindergärten, Wartungsfirmen und sonstigen Einrichtungen. Zu ihren Aufgaben zählen außerdem Aufnahmegespräche mit neuen Eltern, Einstellungsgespräche mit neuen pädagogischen Fachkräften und Praktikanten gemeinsam mit dem Träger, der pädagogischen Leitung und der stellvertretenden pädagogischen Leitung. Teamarbeit, Beschwerdemanagement, Öffentlichkeitsarbeit und nach Bedarf Mithilfe bei der Betreuung. Die organisatorische Leitung ist vom Träger bevollmächtigt, Betreuungsverträge mit den Eltern, Praktikantenverträge und Verträge mit Wartungs- und Reparaturfirmen, die den Kindergarten betreffen, in Stellvertretung für den Vorstand rechtswirksam zu unterschreiben und abzuschließen.

Bei personellen Engpässen helfen uns die Eltern als unterstützende Hilfskräfte in den Gruppen und bei Ausflügen aus.
4.5. Tagesablauf und Wochenplan

Unser Tagesablauf gliedert sich in Freispielzeiten, Angebote und Projekte, drei Essenszeiten (Frühstück, Mittagessen, Nachmittags-Snack) und genügend Zeit für Bewegung, Kreativität, Gesprächskontakte und Entspannung. Zudem gibt es auch Schlafmöglichkeiten.

4.6. Organisation der Gruppenarbeit

Pädagogische Fach- und Hilfskräfte teilen sich die tägliche Gruppenarbeit. Um eine optimale Betreuung zu gewährleisten, ist der Gruppendienst in verschiedenen Schichten geregelt. Unsere Mitarbeiter arbeiten vorzugsweise in Teilzeit, um dem eigenen Familienleben gerecht werden und sich im Bedarfsfall bei Krankheit, Urlaub oder Fortbildungen gegenseitig vertreten.

4.7. Finanzierung

Der Eigenanteil der Eltern liegt pro Platz derzeit bei 111.- Euro für das erste Kind, 91.- Euro für das zweite und alle weiteren Kinder werden 71.- Euro erhoben. Verpflegungs- und Bastelgeld sind bereits darin enthalten.

5. Arbeitsweisen – Methoden – pädagogische Ansätze

5.1. Eingewöhnung neuer Kinder

Für eine gelungene Eingewöhnung ist die rechtzeitige Information der neuen Eltern über den Ablauf des Eingewöhnungsprozesses erforderlich. Der Kindergarten hat ein eigenes Eingewöhnungskonzept entwickelt, dass sich am Berliner Modell orientiert.
Bereits zu Beginn der Aufnahme eines neuen Kindes finden Gespräche über die Beteiligung der Eltern an diesem Prozess statt. Das Ziel ist es, eine gute Eingewöhnung für das Kind sicherzustellen und den Trennungsängsten der Kinder vorzubeugen.
Die Eingewöhnungsphase wird für die Kinder individuell gestaltet. Manche Kinder brauchen wenige Eingewöhnungstage und manche brauchen mehrere Wochen. Auf der nächsten Seite erfahren Sie mehr über unseren Eingewöhnungsplan, der sich an das Berliner Eingewöhnungsmodell anlehnt.

Eingewöhnungsplan

1. Woche

Montag-Freitag

Die Mutter oder (Vater) kommt mit dem Kind zusammen und bleibt an den ersten 5 Tagen ca. 2-4 Stunden am Tag oder auch länger zusammen mit dem Kind im Gruppenraum und nimmt danach das Kind wieder mit nach Hause.

Dabei sollten die Eltern keinen Druck auf das Kind ausüben, sich von ihnen zu trennen und das Kind auf keinen Fall drängen, sich von ihnen zu entfernen. Sie sollen immer akzeptieren, wenn das Kind ihre Nähe sucht und möglichst nicht lesen, stricken oder mit anderen Kindern spielen. Das Kind muss das Gefühl haben, dass die Aufmerksamkeit der Mutter jederzeit da ist.
2. Woche

Montag
Die Mutter bleibt am 1. Tag mit im Gruppenraum.

Dienstag
Die Mutter bleibt erst 1 Stunde im Gruppenraum und setzt sich dann in einen anderen Raum, wo sie für ihr Kind jederzeit erreichbar ist. Das Kind darf jederzeit zur Mutter gehen und die Mutter kann auch ab und zu mit in den Gruppenraum kommen, wenn das Kind darauf besteht. Die Mutter bleibt so lange, wie das Kind da ist und nimmt es dann mit nach Hause.

Mittwoch
Die Mutter bleibt ½ Stunde im Gruppenraum mit ihrem Kind und setzt sich dann in den anderen Raum.

Donnerstag-Freitag
Mutter geht nur kurz in den Gruppenraum und setzt sich dann in den anderen Raum.
Sie bleibt so lange, wie ihr Kind da ist und nimmt es dann mit nach Hause.

3. Woche

Montag
Die Mutter geht ½ Stunde mit in den Gruppenraum und setzt sich dann in den anderen Raum, wo sie jederzeit erreichbar für das Kind ist.

Dienstag
Die Mutter geht kurz mit in den Gruppenraum und dann in den anderen Raum. Nach einer Stunde entfernt sie sich für 1 Stunde aus dem Kindergarten, ohne sich vom Kind zu verabschieden. Sie ist aber jederzeit telefonisch erreichbar.

Mittwoch-Freitag
Genauso, wie am 2. Tag, aber die Mutter bleibt evtl. länger weg, wenn das Kind dies toleriert, d.h. nicht länger als 3 min. weint, wenn es entdeckt, dass die Mutter nicht mehr da ist.
4. Woche

Montag
Die Mutter bleibt ½ Stunde mit im Gruppenraum und setzt sich dann ½ Stunde in einen anderen Raum.
Dann geht sie ohne sich zu verabschieden, bleibt aber telefonisch erreichbar.

Dienstag
Die Mutter bleibt kurz im Gruppenraum und verabschiedet sich dann von ihrem Kind und geht für 1-2 Stunden, oder auch länger, wenn das Kind dies toleriert.

Weint das Kind beim Abschied länger als 5 min und ist nicht zu beruhigen, wird umgehend die Mutter angerufen und zurückgeholt!!!
In diesem Fall setzt sich die Mutter bis zum Ende der Woche (Tag 3-5) in für je eine Stunde in den Nebenraum und geht dann ohne sich zu verabschieden.

Mittwoch-Freitag
Toleriert das Kind die Verabschiedung der Mutter am 2. Tag, wird die Trennungszeit schrittweise auf 3-4 Stunden verlängert.

Der gesamte Eingewöhnungsprozess kann 4-8 Wochen dauern. Bei Bedarf auch länger. Dabei steht das Wohl des Kindes im Vordergrund.
5.2. Ernährungserziehung

Der Kindergarten bemüht sich, die Kinder nach den Maßstäben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung zu versorgen. Als familienergänzende Einrichtung spielt die Zusammenarbeit mit Eltern in dieser Hinsicht eine herausragende Rolle. Wir versuchen den Kindern auf verschiedene Art und Weise eine gesunde Ernährung nahezubringen. Dies geschieht z.B. durch ein gemeinsames Einkaufen auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt und die anschließende gemeinsame Zubereitung der eingekauften Lebensmittel für das Frühstück. Beim täglichen Frühstück versuchen wir die Kinder zum gesunden Essen zu motivieren.
Zweimal im Jahr führen wir mit den Kindern das Programm „Tigerkids“ der AOK zur Förderung einer gesunden Ernährung durch.

6. Unser Bild vom Kind

Jedes Kind ist ein wunderbares Gottes Geschöpf, das mit Neugier auf die Welt gekommen ist. Wir schätzen jedes Kind als eigenständige Persönlichkeit, gehen auf seine Bedürfnisse und Wünsche ein und kommen ihn mit Respekt und Liebe entgegen. Wir unterstützen seiner Entwicklung in jeder Hinsicht, damit es ein Selbstbewusster und zum selbstständigen Handeln befähigt wird. Wir geben dem Kind ein Gefühl vom Geborgenheit und Sicherheit, damit es Selbstvertrauen gewinnt. Unsere Erzieherinnen orientieren sich am Kind und bieten ihnen die helfende Hand an.

6.1. Kompetenzorientierung

Wir sehen es als unsere Aufgabe an, den Kindern zu helfen, ihre Persönlichkeit, ihre Begabungen und ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten voll zur Entfaltung zu bringen. Im Kindergarten beginnt für die Kinder der Eintritt ins Bildungssystem, in dem der Erwerb von Kompetenzen eine zunehmend wichtige Rolle spielt. Wissenserwerb reicht nicht mehr aus, um den Herausforderungen einer sich technologisch und sozial immer schneller verändernden Gesellschaft zu begegnen. In der Zukunft werden soziale und persönlichkeitsgebundene Kompetenzen eine größere Rolle spielen als erworbenes Wissen. Daher sehen wir als Bildungseinrichtung im Elementarbereich die Aufgabe, insbesondere folgende Kompetenzen bei den Kindern zu fördern:

6.1.1. Personale Kompetenzen:
Selbstbewusstsein, Identität , Handlungskompetenz , Emotionale Kompetenz, Soziabilität, Neugier, Offenheit , Kreativität , Selbständigkeit.

6.1.2. Soziale Kompetenzen:

Kritikfähigkeit, Ausdrucksfähigkeit , Teamfähigkeit , Toleranz, Verantwortungsgefühl, Rücksichtnahme, Solidarität .

6.2. Pädagogische Rahmenbedingungen

Jedes Kind versucht aktiv, die Welt zu verstehen. Dabei braucht es aber einen Rahmen, in dem es sich wohlfühlt, der ihm Geborgenheit und die Erfahrung sicherer Bindungen und das Gefühl von Sicherheit ermöglicht. Diesen Rahmen möchten wir den uns anvertrauten Kindern geben, und ihnen damit ermöglichen, angstfrei die Welt zu erforschen, neue Dinge zu erlernen, vertrauensvoll auf andere Menschen zuzugehen und ihre eigene Identität zu entwickeln. Die Erzieherinnen begleiten die Kinder als Vertrauens-und Bindungspersonen und geben ihnen Anregungen zur eigenständigen Entwicklung ihrer Fähigkeiten. Durch genaue Beobachtung und das Erkennen der Interessen und Themen der Kinder gestaltet sich das Spiel- und Lernangebot. Dabei beachten wir die Individualität jedes einzelnen Kindes. Eine große Bedeutung unserer pädagogischen Arbeit hat das kindliche Spiel. Das Spiel stellt bei den Kindern einen Hauptinhalt ihres Lebens dar und ist die natürlichste Art und Weise des Lernens. Dabei entwickelt sich die Ich-, Sozial- und Sachkompetenz der Kinder.

6.3. Übergang in die Grundschule

Kinder kommen in den Kindergarten schon mit Kompetenzen, die in den Kindertageseinrichtungen und Grundschulen unterstützt und gefördert werden. Die gesamte Kindergartenzeit dient der Förderung und Entwicklung wichtiger Kompetenzen fürs Leben und für die Schule. Im letzten Kindergartenjahr „wird nach Maßgabe der jeweiligen Konzeption insbesondere der Übergang zur Grundschule vorbereitet und über die allgemeine Förderung nach § 2 hinaus die Sprachentwicklung der Kinder beobachtet und durch gezielte Bildungsangebote gefördert. Deswegen legen wir Wert auf ausreichende sprachliche Kenntnisse sowie auch auf so genannte Schlüsselqualifikationen wie z.B. das Zurechtkommen in alltäglichen Verrichtungen, grob- und feinmotorische Fähigkeiten, die Fähigkeit auch still zu sitzen, und zuzuhören etwas nachzuerzählen und sich zu konzentrieren sowie eine Aufgabe zu Ende führen. Dazu gehören auch die schon oben genannten Kompetenzen (Abschnitt 4.1.).

Wir arbeiten mit den umliegenden Grundschulen zum Informationsaustausch und zur Abstimmung der jeweiligen Bildungskonzepte zusammen. Hierzu werden geeignete Kooperationsformen, wie Arbeitsgemeinschaften und gegenseitige Hospitationen zwischen Kindergärten und Grundschulen vereinbart. Die Arbeitsgruppe Schule-Kindergärten Hartenberg-Münchfeld nennt sich Schuki-AG (Schu= Schule ki= Kindergarten). Wir versuchen uns dreimal im Jahr zu treffen und diskutieren oder bearbeiten bestimmte Themen (wie z.B. Thema: Sprachförderung, Kompetenzorientierung etc.). Im Jahr 2018 findet das Treffen im Februar, Mai und Oktober statt. Die Treffen finden abwechselnd in den Einrichtungen statt.

Die Erzieherinnen arbeiten mit den Eltern insbesondere im Hinblick auf die Einschulung eng zusammen, informieren über den Entwicklungsstand des Kindes und weisen ggf. auf einen besonderen Förderbedarf hin.

6.4. Religionspädagogik

Um eine Orientierung für den eigenen Lebensweg zu finden, ist es wichtig, dass der Glaube im täglichen Miteinander von Kindern und Erwachsenen, im Jahreskreis, bei islamischen Festen und im Brauchtum gelebt wird. Die religiösen Feste werden aktiv gefeiert und wiederholen sich.

7. Sprachförderung

Sprache, die von Geburt an erworben wird, ist das zentrale Mittel für Menschen, sich in ihrem sozialen Umfeld zu verständigen und Beziehungen aufzubauen. In seinem frühen Alter beginnt der Mensch über Sprache seine Identität auszubilden und seine Persönlichkeit zu entwickeln.
Der Sprache kommt in allen konzeptionellen Überlegungen zur pädagogischen Arbeit in unserer Kindertageseinrichtung eine zentrale Bedeutung zu. und wird deshalb in den täglichen Ablauf des Kindergartenalltags integriert. Neben dem Erlernen der deutschen Sprache werden bei bilingualen Kindern ihre Muttersprachen als große Bereicherung gesehen und im Kindergartenalltag einbezogen. Dies bedeutet für die Kinder eine bedeutsame Wertschätzung und trägt zur Stärkung ihrer kulturellen Identität bei. In Anlehnung dazu findet zwei- bis dreimal pro Woche eine additive Sprachförderung sowie einmal pro Woche ein Literacy-Angebot statt.
7.1. Die alltagsintegrierte Sprachförderung

Sprachförderung beginnt bereits beim Eintritt des Kindes in die Einrichtung. Reime, Lieder und Rituale sind bei Aktivitäten wie Stuhlkreisen, Aufräumarbeiten, der Zahnpflege und den Essenssituationen stets präsent.
Möglichkeiten des Übens und Verwendens der deutschen Sprache sind Bestandteil der alltäglichen Sprachförderung. Dass Sprache als Medium der Kommunikation funktioniert, erfahren Kinder in unserer Kindertageseinrichtung durch:
• emotionale Zuwendung,
• Zuhören und Beachtung schenken,
• Förderung ihres aktiven Zuhörens,
• Ermuntern zum Sprechen über ihre Wünsche, Gefühle und Erlebnisse,
• Anregen der sprachlichen Aktivitäten durch den Dialog über verschiedene Themen
• und Wertschätzung ihrer sprachlichen Leistungen.
Das Artikulieren der Laute vermitteln wir den Kindern durch:
• das Spiel mit Sprache und Lauten in Reimen,
• rhythmisches Sprechen und die Verbindung von Musik und Sprache
• und die kontinuierliche Unterstützung bei der Erweiterung und Ausdifferenzierung von Wortschatz, Begriffsbildung, Pluralbildung und Satzbau.
Darüber hinaus sind für uns von Bedeutung auf Ausflügen sprachbezogene Themen mit den Kindern zu behandeln. Mit einer Kleingruppe von Kindern kaufen wir einmal pro Monat für das gemeinsame Frühstück in der Einrichtung ein. Dabei kommen die Kinder mit den Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Milch-/Getreideprodukte und Ähnlichem in Berührung. Nicht nur beim Einkaufen sondern auch beim Zubereiten der Speisen steht die Mitarbeit der Kinder im Mittelpunkt.
Mit unseren Vorschulkindern nehmen wir außerdem an dem jährlich stattfindenden „Wortfinder“-Programm der Stadtbibliothek teil.

7.2. Die additive Sprachförderung

Im Rahmen der Sprachförderung wird besonderes Augenmerk auf Kinder gerichtet, deren Mutter- oder Familiensprache nicht Deutsch ist. Kinder mit Förderbedarf werden in der additiven Sprachförderung im Kontext des Alltags der Kindertageseinrichtung, in altersgemischten Gruppen (mit bis zu sechs Kindern) oder auch individuell sprachlich gefördert. Durch ein spezielles Sprachförderangebot, das von zusätzlichen Fachkräften ausgeführt wird, wird die in der Einrichtung stattfindende alltagsintegrierte Sprachförderung ergänzt, vertieft und erweitert.
Kinder, die beim Eintritt in die Einrichtung noch kein Deutsch sprechen, werden zunächst einmal beim Aufbau ihres Grundwortschatzes zu alltagsbezogenen Themen begleitet. Zu jedem ausgewählten Thema werden neben der sprachlichen Entwicklung der Kinder ihre feinmotorischen und kognitiven Fähigkeiten gefördert. Hierzu findet eine intensive Arbeit mit sprachbezogenem Material statt.
Das sprachliche Förderangebot in der additiven Sprachförderung wird folgendermaßen durchgeführt:
• Bei der Bearbeitung des Themas „Der Körper“ werden Körperteile ausgeschnitten, beim Benennen zugeordnet und aufgeklebt. Anhand von Bildkärtchen werden Kombinationen angestellt, indem Körperteile mit Gegenständen verbunden werden, zum Beispiel Fuß mit Schuh, Auge mit Brille, Haar mit Kamm und so weiter. Angepasst den Kompetenzen der Kinder wird außerdem ein Büchlein „Mein Körper“ gebastelt und beliebig gestaltet. Dabei werden Blättchen mit Körperteilen ausgeschnitten, die zu einem Büchlein gebunden werden. Anschließend wird das Thema „Bekleidung“ aufgegriffen und geraten, welches Kleidungsstück auf welchen Körperteil angepasst ist.
• Bezogen auf das Thema „Die Küche“ wird wie bereits oben beschrieben auf ähnliche Weise vorgegangen: Gegenstände ausschneiden, beim Benennen zuordnen und aufkleben. Zusätzlich bekommt das Kind die Aufgabe, auf einer Karte bestimmte Bilder, die auf separaten Kärtchen zu sehen sind, wiederzufinden und beliebig auszumalen. Weitere Themen „Das (Kinder-, Bade-, Wohn-) Zimmer“ werden wie eben geschildert bearbeitet.
• Zum Thema „Die Jahreszeiten“ werden den Kindern entsprechende Bilder gezeigt und diese mit ihnen besprochen. Ein passendes Lied zur aktuellen Jahreszeit wird mit ihnen einstudiert. Anhand einer selbstgebastelten Jahresuhr können die Kinder alle Jahreszeiten auf einem Blick betrachten. Zu jeder Jahreszeit wird außerdem eine bestimmte Bastelaktivität angeboten, zum Beispiel im Herbst – ein Drachen, im Winter – eine Schneeflocke, im Frühling – ein Vogel und im Sommer – eine Blume.
• „Die Tiere“ als Thema in der Sprachförderung wird den Kindern anhand von mitgebrachten Spieltieren und räumlicher Gestaltung nahe gebracht. Auf diese Weise sind Kinder besonders motiviert, sich an der Mitarbeit aktiv zu beteiligen und die unterschiedlichsten Tiere kennenzulernen. Zu einem bestimmten Lied werden Tiere wie Krokodil oder Biene gebastelt und diese präsent gemacht.
• Kindern, deren Wortschatz schon weiter entwickelt ist und bei denen syntaktische Strukturen sichtbar werden, werden kurze Geschichten erzählt oder vorgelesen. Beruf- und Märchenquartette oder große Bildkarten regen die Kinder zum Sprechen an. Anhand von Bildern können sie selbst eine eigene Geschichte kreieren.

Diese sprachlichen Aktivitäten werden stets dokumentiert, um die sprachliche Entwicklung der Kinder im Zeitverlauf besser nachvollziehen und ihre Fortschritte beobachten zu können. Für die Entwicklung der deutschen Sprache der Kinder wird ein Beobachtungsbogen wie Sismik oder Perik ausgefüllt oder ein selbsterstellter Sprachstandsbogen konzipiert, welcher den aktuellen Sprachstand des Kindes wiederspiegelt. In jährlichen Elterngesprächen werden die Eltern darüber informiert.

7.3. Das Literacy-Angebot

Ziel der Sprachförderung ist, dass Kinder bis zum Eintritt in die Schule an einem Gespräch auf Deutsch teilnehmen und einer Erzählung oder einer vorgelesenen Geschichte auf Deutsch folgen können. Literacy im Alltag unterstreicht daher die breite Vielfalt der Sprachförderung. Mit einem Literacy-Angebot einmal pro Woche durch eine ehrenamtliche Aushilfe führen wir eine alltagsintegrierte Sprachförderung nach ganzheitlichen Gesichtspunkten durch.
8. Interkultureller Kompetenz

Einfühlungsvermögen, Selbstvertrauen und Flexibilität im Umgang mit anderen Kulturen spielen bei der Entwicklung der interkulturellen Kompetenz eine bedeutende Rolle. In diesem Rahmen sprechen wir mit den Kindern auch über die religiösen Feste anderer Religionen, wie Weihnachten und Ostern. Zudem pflegen wir den regelmäßigen Kontakt und Austausch mit anderen Kindergärten im Rahmen der interkulturellen Wochen des IPE und zusätzlich auch mit unseren Partner Kitas. Ein Interreligiöser Austausch findet mit den kirchlichen Partnerkindergärten statt.
8.1. Religionspädagogische Förderung

Unseren religionspädagogischen Förderansatz sehen wir als eine ethische Wertevermittlung im Lebensalltag. Bei der Umsetzung orientiert sich die Einrichtung am islamischen Mondjahr mit seinen Ereignissen, wie Ramadan, Zuckerfest, Hadsch/Pilgerreise, Opferfest und anderen.
8.2. Ziele der Religionspädagogischen Förderung

• Die Liebe zu Gott/Allah und seiner Schöpfung
• Die Stärkung der eigenen Identität
• Die Entwicklung eines Gemeinschaftsgefühls
• Die Toleranz gegenüber Anderen, Frieden unter den Menschen
• Religiöse Bildung und Erziehung: was gehört zu meiner Lebensweise?
• Vermittlung von Prophetengeschichten
• Soziale Regeln im Miteinander, Konfliktregeln aushandeln und einhalten
• Die Wertschätzung der Materialien und der verantwortliche Umgang damit
• Der Respekt vor dem Eigentum des Anderen
• Die Wertschätzung von Essen und Trinken
• Mitgefühl für Arme, Kranke und Schwache entwickeln
8.3. Methoden der Religionspädagogischen Förderung

• PädagogInnen als Vorbilder im Kiga-Alltag
• Mehrsprachige Bittgebete als Rituale (Dua vor und nach dem Essen, Dua vor dem Rausgehen),
• Die Schaffung einer besondere Atmosphäre am Freitag (besondere Spiele, Lieder, Angebote, Raumgestaltung)
• Das Singen von mehrsprachigen Liedern, Bewegungsspiele und Reime mit religiösem Inhalt im Stuhlkreis
• Das spielerische Einüben der Gebetswaschung (auch als Bewegungslied möglich)
• Bilderbücher und Geschichten (z.B. „Islam für Kinder“/Prophetengeschichten)
• Tischspiele (z.B. Moschee-Puzzle)
• Kreatives Gestalten (z.B. Bastelarbeiten mit islampäd. Motiven)
• Das gemeinsame Erleben des Islamischen Jahres (Ramadan, Feste, Aufführungen, …)
• Einüben von Theaterstücke
• Ausflüge (Moscheebesuch, Besuch anderer Kitas, Wald, Tierpark, …)
• Aktive Teilnahme an Interkulturellen Projektwochen
Bei der Umsetzung der Islampädagogischen Inhalte arbeitet das Team mit dem Imam des Arab Nil-Rhein Vereins e.V. (Sheikh Ibrahim Said) zusammen.
9. Partizipation und Recht zur Beschwerde
Es ist die Aufgabe von Erwachsenen, Kindern das ihnen zustehende Recht auf Beteiligung in der Praxis tatsächlich einzuräumen. Im Wesentlichen geht es darum, dass Kinder sich an den Aufgaben des Alltags und deren Verrichtung beteiligen und als Gestalter ihres eigenen Lebens Selbstwirksamkeit erfahren. Beteiligung ist Teil eines Interaktionsprozesses, der auf dem Prinzip der Gleichberechtigung basiert. Wir bieten den Kindern die Möglichkeit, sich im entdeckenden Lernen selbst zu entfalten, Lernwege selbst zu finden und eigenständige Entscheidungen bezüglich ihrer Aktivitäten zu treffen. Sie werden als Ideen- und Beschwerdeführer aktiv mit einbezogen und ernst genommen. Wir unterstützen und fördern sie bei der Entwicklung der Kompetenzen für angemessene Formen der Beschwerdeäußerung.
Wir als Kindertageseinrichtung verstehen uns als eine soziale Gemeinschaft, in der die Partizipation Grundlage eines beziehungsvollen Miteinanders ist. Dabei berücksichtigen wir die erzieherische Grundausrichtung der Personensorgeberechtigten (§ 9 SGB VIII).
9.1. Beschwerdemanagement

Beschwerde ist eine Form der Partizipation. Nach § 8b SGB VIII haben Träger und Leistungsträger von Einrichtungen einen Anspruch auf Beratung bei der Entwicklung und Anwendung fachlicher Handlungsleitlinien zu Verfahren der Beteiligung von Kindern an strukturellen Entscheidungen in der Einrichtung sowie zu Beschwerdeverfahren in persönlichen Angelegenheiten. Unsere Eltern sind für uns Erziehungspartner. Kinder und Eltern haben grundsätzlich ein Beschwerderecht. Wir gehen jeder Beschwerde sorgfältig nach und sehen sie als Chance und Anregung an, unsere Arbeit im Kindergarten zu verbessern. Beschwerden gehören zur aktiven Beteiligung der Eltern., für die partizipatorischen Rahmenbedingungen erforderlich sind.
In unserer Einrichtung werden Beschwerden von Eltern, Kindern und Personal geäußert.
Das Ziel ist, dass wir gemeinsam Lösungen für die entstandenen Probleme bzw. Beschwerden finden. Dazu ist es erforderlich, dass alle Beteiligten Kinder, Eltern, Pädagogen, die Teamleitung und der Träger offen miteinander kommunizieren. Diese Offenheit und Transparenz dient als Entwicklungschance für unsere Einrichtung.

9.2. Beteiligung von Kindern

Kinder drücken ihre Unzufriedenheit sehr unterschiedlich aus. Es hängt vom Alter, Entwicklungsstand und der Persönlichkeit der Kinder ab. Kinder sollen in der Lage sein ihre Unzufriedenheit über Ausdrucksformen wie Weinen, Zurückziehen, Traurigkeit, Wut oder auch Aggressivität äußern. An dieser Stelle setzt eine Beteiligung der Kinder voraus.
Es ist die Aufgabe von Fachkräften, Kindern das ihnen zustehende Recht auf Beteiligung in der Einrichtung zu gewährleisten. In der Einrichtung sind Kinder an den Aufgaben des Alltags und deren Verrichtung beteiligt sowie auch als Gestalter ihres eigenen Lebens Selbstwirksamkeit erkunden. Beteiligung basiert auf dem Prinzip der Gleichberechtigung und dabei ist die Grundrichtung der Erziehung der Personensorgeberechtigten nach § 9 SGB VIII zu berücksichtigen.
Während die älteren Kinder bzw. Vorschulkinder sich sprachlich gut äußern, muss die Unzufriedenheit bzw. Beschwerde von den kleinsten von der Fachkraft sensibel aus den Handlungen des Kindes wahrgenommen werden. Die Voraussetzung für eine sensible Wahrnehmung ist die Aufmerksamkeit und eine dialogische Auffassung der pädagogischen Fachkraft.
Wenn Kinder ein Anliegen haben, werden sie sich direkt an die pädagogischen Fachkräfte in der Gruppe anwenden sowie an die Teamleitung oder Berufspraktikanten.

9.3. Beteiligung von Eltern

Eltern tragen die Hauptverantwortung für die Bildung und Erziehung ihres Kindes. Daher sind Kindertageseinrichtungen nach § 22a SGB VIII verpflichtet, mit den Erziehungsberechtigten zum Wohl der Kinder zusammenzuarbeiten und diese in wesentlichen Angelegenheiten der Erziehung, Bildung und Betreuung zu beteiligen. Beteiligung versteht sich als Mitarbeit, Mitverantwortung und Mitbestimmung und basiert auf eine Einstellung, die das Wohl des Kindes und die Unterstützung seiner Entwicklung als Handlungsmaxime zu verstehen ist.
Wenn Eltern ein Anliegen haben, werden sie sich direkt an die pädagogischen Fachkräfte in der Gruppe anwenden sowie an die Teamleitung. Es besteht auch die Möglichkeit sich direkt an den Elternbeirat zu wenden oder direkt an den Träger der Einrichtung und das Landesjugendamt Rheinland-Pfalz.
Für die Eltern besteht im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Entwicklungsgespräche die Möglichkeit, alle ihre Sorgen, Anregungen und Wünsche zu äußern.
Die Eltern haben die Möglichkeiten ihre Beschwerden persönlich, schriftlich, per Telefon, E-Mail oder persönlich zu äußern. Die Beschwerden werden zur Kenntnis genommen und bearbeitet, dementsprechend wird folgendermaßen verfahren:

• Die Eltern wenden sich mit einem Anliegen oder einer Beschwerde an eine pädagogische Mitarbeiterin, die Leitung oder den Vorstand. Des Trägervereins. Ggf. findet eine Terminvereinbarung statt.
• Für kurze Anfragen und Wünsche werden Tür- und Angelgespräche in der Bring- und Abholzeit als Kommunikationsmöglichkeit genutzt.
• Bei einem dringenden Anliegen oder einer Beschwerde nimmt sich die pädagogische Mitarbeiterin oder die pädagogische Leitung und ggf. die organisatorische Leitung nach Möglichkeit sofort Zeit für ein Gespräch mit den Eltern. Ist dies nicht möglich, wird zeitnah ein Gesprächstermin vereinbart.
• Wer eine Beschwerde entgegennimmt, informiert schnellstmöglich die pädagogische und/ oder ggf. organisatorische Leitung und ggf. die betroffene Kollegin.
• Eine aktuelle Beschwerde wird als Tagesordnungspunkt in die nächste Teamsitzung aufgenommen und dort besprochen. Konnte dort eine Lösung gefunden werden, so wird diese den pädagogischen Mitarbeiterinnen mitgeteilt. Es wird festgelegt, wer das weitere Gespräch mit den Eltern sucht: die pädagogische Mitarbeiterin, die pädagogische Leitung oder ggf. die organisatorische Leitung.
• Beschwerdegespräche finden grundsätzlich in einem geschützten Rahmen statt.
• Anonym eingehende Beschwerden werden ebenfalls bearbeitet, aber eine persönliche Rückmeldung ist in diesem Fall nicht möglich.

9.4. Ergebnissicherung

• Die Beschwerde und das Ergebnis der Beschwerdebearbeitung werden im Formular „Beschwerdeprotokoll“ schriftlich festgehalten. Dadurch wird sicher gestellt, dass Klarheit über getroffene Vereinbarungen besteht.
• Ist es nicht möglich, mit den Eltern eine einvernehmliche Lösung zu finden, wird ein weiterer Gesprächstermin mit einem neutralen Vermittler, z. B. dem Vorsitzenden des Trägervereins oder einem Vorstandsmitglied vereinbart.

9.5. Datenschutz

• Die Datenschutzbestimmungen werden von allen Mitarbeiterinnen eingehalten.
• Den Eltern wird Verschwiegenheit zugesichert.
• Alle Gespräche finden in einem geschützten Rahmen statt.

10. Schutz von Kindern

Mit Einführung des § 8a SGB VIII wurde der „Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung“ konkretisiert und aufgewertet. Es ist unsere Aufgabe für das Wohl der Kinder gemeinsam mit den Eltern zu sorgen.
Die Fachkräfte sind verpflichtet, Anzeichen für eine Kindeswohlgefährdung achtsam wahrzunehmen (zur Not eine erfahrene Fachkraft mit ein zu beziehen) und dass Gefährdungsrisiko einzuschätzen, zum Beispiel bei seelischer und körperlicher Vernachlässigung, seelischer und/ oder körperlicher Misshandlung, sexueller Gewalt u.a.
Insbesondere sind die Fachkräfte verpflichtet bei den Personensorgeberechtigten oder den Erziehungsberechtigten auf die Inanspruchnahme von Unterstützungen hin zu wirken, wie z.B. Beratungsstellen, Gesundheitshilfen oder Familienhilfen.
In Beschwerdefällen die unter den § 8a SGB „Kindeswohlgefährdung“ fallen, muss unverzüglich die pädagogische Leitung informiert werden, die über das weitere Vorgehen entscheidet und ggf. das Jugendamt einbezieht. Die Eltern werden darüber informiert.

Wenn die Fachkräfte ein erhöhtes Entwicklungsrisiko beobachten und dabei z.B. hinsichtlich einer drohenden oder bestehenden Behinderung der Entwicklung des Kindes feststellen, dann werden die Eltern darüber informiert und das weitere Vorgehen wird besprochen, welche Hilfsstellen geeignet sind, mit dem Zweck das Kind angemessen in seinen persönlichen Bedürfnissen zu fördern.

11. Die Zusammenarbeit mit Eltern

Träger, Team und Eltern arbeiten mit einer respektvollen Grundhaltung als Erziehungs- und Bildungspartner zusammen. Diese verlässliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit bildet den Stützpfeiler unserer Elterninitiative.
Für die Kinder sind Eltern die ersten und wichtigsten Bindungspersonen und für uns (das Fachpersonal) die wichtigsten Partner bei der Bildung und Erziehung ihres Kindes. Wir und die Eltern sind gemeinsam für das Wohl von Kindern verantwortlich. Es ist uns sehr wichtig, dass Eltern und das Fachpersonal sich füreinander öffnen und ihre Erziehungsvorstellungen transparent machen und zum Wohle des Kindes kooperieren. Daher ist es wichtig, dass wir uns gegenseitig wertschätzen, anerkennen und unterstützen, um die Kinder eine gute Entwicklung zu gestalten.
Ein ständiger gegenseitiger Austausch über ihre Kinder, auch wenn es Tür- und Angelgespräche sind, ist erforderlich.
Damit unsere pädagogische Arbeit für die Eltern transparent wird, erstellen wir Elternbriefe, Aushänge oder der Elternbeirat leitet es an die Whats-App-Elterngruppe weiter. Bei Projekten wie Eltern-Kind-Basteltagen, interkulturellen Wochen, Festen, Ausflügen und anderen Aktionen, werden die Eltern mit einbezogen.
Die Eltern haben die Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch in Elterncafes und Elternabenden.

12. Aufgaben des Elternbeirats

• Unterstützung der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft
• Beteiligung an allen wesentlichen Angelegenheiten der Erziehung, Bildung und Betreuung, insbesondere am pädagogischen Konzept und der Organisation
• Einberufung von Elterntreffs und Elternabenden
• Förderung der Zusammenarbeit von Träger, Einrichtung und Eltern
• Vertrauensvolles Zusammenarbeiten mit den Fachkräften
• Weitergeben von Wünschen, Anregungen, Vorschlägen und Kritik der Eltern an die Leitung und den Träger
• Festlichkeiten und Aktivitäten mitplanen und – organisieren
• Ggf. Teilnahme an Gesprächen mit dem Jugendamt

13. Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und anderen Institutionen

Als pädagogische Fachkräfte arbeiten wir mit anderen Einrichtungen zusammen. Mit folgenden Institutionen kooperieren wir:
• Kooperation mit Schulen der nahegelegenen Stadtteile (Neustadt, Hartenberg/Münchfeld), Informationsaustausch, Gestaltung des Übergangs Kita-Schule
• Kooperation mit anderen Mainzer Kindergärten (Kindergarten Neustadtzentrum, Kindergarten der Friedenskirche in Mombach, Kindergarten der Christuskirche)
• Neustadt-Leitungs-AG
 Regelmäßige Planungstreffen im benachbarten Stadtteil Neustadt
• Institut für Interkulturelle Pädagogik im Elementarbereich (IPE)
 Aktive Teilnahme an der Interkulturellen Aktionswoche im Mai eines Jahres
 Aktive Teilnahme an der Interkulturellen Woche im September eines Jahres
 Teilnahme an Fortbildungsangeboten
• Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Beirat
• Teilnahme an Aktionen der Stadtbücherei Anna Seghers (z.B. „Wortfinderkinder“)
• Teilnahme an der Dreck-Weg-Woche der Stadtwerke Mainz mit einem Projekt im Kindergarten zum Thema Abfall

14. Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit

Gemäß unserer Betriebserlaubnis vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz vom 05.11.2008 arbeiten wir mit anderen Kindertagesstätten in Mainz zusammen. Ziel ist es, die interkulturelle Erziehung durch verbindliche Kontakte zu unterstützen und somit die sprachliche und gesellschaftliche Integration unserer Kinder zu fördern.

14.1. Wissenschaftlicher Beirat

Der wissenschaftliche Beirat als Institution begleitet den Kindergarten seit seiner Gründung.
Der wissenschaftliche Beirat befindet sich in einer Phase der Neukonstituierung. Zurzeit sind Prof. Otto Filtzinger und Dr. Giovanni Catanese vom Institut für Interkulturelle Pädagogik im Elementarbereich (IPE) in Mainz Mitglieder des Beirates.
Die Aufgaben des Beirates:
1. Allgenmeine fachliche Begleitung und Unterstützung des Kindergartens.
2. Beratung in pädagogischen Fragen und bei der Umsetzung pädagogischer Ziele.
3. Beratung bei der Weiterentwicklung des pädagogischen Konzeptes.
4. Beratung bei der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben sowie beim Informationsaustausch mit den Jugendämtern und ggf. Teilnahme an Sitzungen mit den Ämtern oder Ministerien.
5. Beratung beim Umgang mit staatlichen Behörden, politischen Vertretern sowie mit der Presse.
6. Der fachliche Beirat tagt mindestens 2 Mal im Jahr gemeinsam mit den Vertretern des Trägers und der Leitung des Kindergartens.
7. Andere Belange des Trägers, wie Personalfragen und religiöse Grundsätze bleiben in der alleinigen Verantwortung des Trägervereins.

15. Dokumentation/Evaluation

In das pädagogische Gruppentagebuch führen wir täglich Protokoll über die Anwesenheit der Kinder sowie pädagogischen Aktivitäten und wichtigen Beobachtungen und Bemerkungen.
Alle durchgeführten Entwicklungs- und Elterngespräche werden schriftlich festgehalten und ausgewertet.
Ein Entwicklungsgespräch orientiert sich an den Beobachtungen im Kindergarten und Zuhause. Es wird gemeinsam mit den Eltern Zielvereinbarungen zu Förderschwerpunkten ihres Kindes getroffen. Die Beobachtungsbögen SISMIK (Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkinder in Kindertageseinrichtungen) und PERIK (Positive Entwicklung und Resilienz im Kindergartenalltag) sowie ein weiterer selbsterstellter Bogen von manchen Fachkräften, dienen uns als Gesprächsgrundlagen.

16. Qualitätsmanagement

Das Qualitätsmanagement sichert die Weiterentwicklung von Leitbild und Konzeption. Dies geschieht in Form der Evaluation und Anwendung unterschiedlicher Instrumente des Qualitätsmanagements. Das beruht auf § 22a Abs.1 SGB VIII.

In unserer Einrichtung findet alle zwei Wochen eine Teamsitzung statt. Sie kann bei Bedarf auch wöchentlich stattfinden. Dabei treffen Leitung und Fachkräfte organisatorische und pädagogische Abmachungen. Die Teamsitzungen werden protokolliert.
Projekte werden anhand der Situationsanalysen vorbereitet, Lernziele und Lerninhalte gemeinsam entwickelt, umgesetzt und anschließend reflektiert.

Für die Aktualisierung unserer konzeptionellen Grundsätze nehmen wir uns in einem Kindergartenjahr ein bis zwei Tage Zeit. An diesen beiden Tagen bleibt der Kindergarten geschlossen. Für die Weiterentwicklung und Umsetzung des Konzeptes kann eine externe Fachberatung einbezogen werden.
Den padagogischen Fachkräften obliegt eine große Verantwortung für die Entwicklung der Kinder, der sie durch fachliches Wissen und persönliche Eigenschaften gerecht werden. Daher stehen ihnen jährlich in Abstimmung mit dem Team und der Leitung Fortbildungsveranstaltungen zur Verfügung. Ziel ist es, dass einzelne Teammitglieder mit ihrem, auf einer Fortbildung erworbenem Wissen, das gesamte Team bereichern.
Wir arbeiten mit dem Institut für Interkulturelle Pädagogik im Elementarbereich (IPE) in Mainz zusammen. Das IPE bietet zum Thema Mehrsprachigkeit, interreligiöse und interkulturelle Bildung fortlaufend Arbeitsgruppen und Fortbildungen an. Aber auch Fortbildungen anderer Anbieter werden genutzt.

17. Notfallplan für personelle Engpässe

Um jederzeit eine gute pädagogische Betreuung der Kinder gewährleisten zu können, müssen wir auch eventuelle Personalengpässe ausgeglichen werden können. Daher haben wir folgende Vertretungsmöglichkeiten geplant:

Vertretung der Gruppenleitung

Vertretung für Meryem Benali: Özlem Bakirtas oder Ewelina Koronkiewisc.
Vertretung für Özlem Bakirtas: Meryem Benali oder Ewelina Koronkiewisc.
Im Falle, dass beide Vertretungspersonen ebenfalls nicht kommen können, bleibt der Kindergarten geschlossen!!!

Vertretung der Aushilfskräfte und Praktikanten

Falls eine der Praktikantinnen nicht kommen kann, springt entweder eine andere Praktikantin oder eine Aushilfskraft ein.
Falls keiner der Aushilfskräfte und Praktikanten einspringen kann, werden die Mütter gebeten, auszuhelfen.

18. Unsere Erreichbarkeit

Sie erreichen uns montags bis freitags von 8.00 bis 16.00 Uhr unter der Telefonnummer (06131-2171122) oder unter info-kita@alnur.de.

19. Literaturverzeichnis

Bostelmann, A. (Hrsg.) (2007): So gelingen Portfolios in Kita und Kindergarten: Beispielseiten und Vorlagen. Mülheim an der Ruhr.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.) (2010): Kinder- und Jugendhilfe. Achtes Buch Sozialgesetzbuch. Dritter Abschnitt, Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege, § 22. 3. Auflage, Berlin.

Filtzinger, O./Montanari, E./ Cicero Catanese, G. (2011): Europäisches Sprachenportfolio. Mehrsprachigkeit in der frühkindlichen Bildung wertschätzen und dokumentieren. Sprachliche Bildung. 3-7 Jahre. Köln.

Kammermeyer, Gisela et al. (2017): Mit Kindern im Gespräch. Auer Verlag. Augsburg.

Kita-Gesetz von RLP vom 15. März 1991

Koletzko, B. (Hrsg.) (2008): TigerKids – Kindergarten aktiv, Heft 1 Theorie. Kurze Einführung in das Projekt und Hintergrundinformationen zur Ernährungserziehung. 3. überarbeitete Auflage, München.

Kühnhanss, Christoph (2011): BeWerben ist werben. 6. Auflage, Berlin.

Küspert, P./Schneider, W. (2008): Hören, Lauschen, Lernen. Sprachspiele für Kinder im Vorschulalter. Würzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache. 6. Auflage, Göttingen.

Landeshauptstadt Mainz, Dezernat für Soziales, Jugend und Schulen, Amt für Jugend und Familie, Abteilung Kindertagesstätten und Amt für Öffentlichkeitsarbeit (2010): Förderrichtlinien. Kinderbetreuung durch Elterninitiativen (Flyer). Mainz.

Landeshauptstadt Mainz, Dezernat für Soziales, Kinder, Jugend, Schule und Gesundheit (Hrsg.) (2012): Aufbau einer kindbezogenen Präventionskette in der Mainzer Neustadt. Dokumentation des Runden Tisches „Frühe Bildung – erfolgreich in der Neustadt sichern!“ vom 25.10.2011. Mainz.

Lück, G. (2007): Forschen mit Fred. Naturwissenschaften im Kindergarten. Oberursel.

Lück, G. (2009): Experimentierfreunde 1/2: Experimentieren – Beobachten – Begreifen. Handbuch, Vorlesebuch, Experimentierkarten. Oberursel.

Mayr, T./Ulich, M. (2006): Perik. Positive Entwicklung und Resilienz im Kindergartenalltag. 2. Auflage, Freiburg im Breisgau.

Mayr, T./Ulich, M. (2007): Seldak. Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern. Freiburg im Breisgau.

Mayr, T./Ulich, M. (2006): Sismik. Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen. Freiburg im Breisgau.

Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2010): Empfehlungen zur Qualität der Erziehung, Bildung und Betreuung in Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz. Berlin.

Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2010): Verfahren zur Einschätzung des Sprachförderbedarfs im Jahr vor der Einschulung. 3. Auflage, Mainz.

Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen, Rheinland-Pfalz (2014): Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz plus Qualitätsempfehlungen. Cornelsen Schulverlage GmbH, Berlin.

Internetquelle:
www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/
www.kindergartenpaedagogik.de
http://www.kindergartenpaedagogik.de/124.html
www.tigerkids.de